21.04.2019 – Willi Resetarits mit Christian Seiler und Stefan Schubert im Stadtsaal

2019-04-21_tix
Hinweis: Es handelt sich NICHT um meine Handschrift auf der Karte. Die Mitarbeiter vom Stadtsaal hielten es anscheinend für notwendig, meine reservierte Karte mit meinem Namen zu versehen.

Eines der wichtigsten Kennzeichen der Konzertbesucherin Sori lautet: „Bloß nicht Stadtsaal!“ Seit ihrem Bestehen war ich bisher nur drei Mal dort, der letzte Besuch geschah beinahe freiwillig, weil ich mir „Ohne Rolf“ nicht entgehen lassen wollte.

Als ich im vergangenen Herbst erfuhr, dass auch der Stadtsaal eine Induktionsanlage für Hörgeräteträger installiert hat und ich sogar als Testperson angefragt wurde, behielt meine Sturheit die Oberhand und ich entschied mich für das Niedermair.

Dennoch dürfte die Induktionsanlage nur beim Stadtsaal positiven Anklang gefunden haben, da diese sogar auf der Webseite des Schwerhörigenverbandes beworben wird.

Und irgendwann stolperte ich auf der Webseite von Willi Resetarits über diesen Termin am Ostersonntag, 21. April 2019 im Stadtsaal. An diesem Vormittag würde der Autor Christian Seiler mit Herrn Wilhelm Resetarits über seine Biographie „Ich lebe gerne, denn sonst wäre ich tot“ plaudern. Laut Pressetext würde sogar das Gespräch von gut ausgesuchten Liedern aus allen Schaffensperioden unterbrochen und bereichert werden, die Willi R. gemeinsam mit Stefan Schubert, seinerzeit Kapellmeister bei den Stubnblues, zum Vortrag bringen wird.

„Hmmm… gar nicht so schlecht.“, dachte ich mir. Da ich grundsätzlich ein neugieriger Mensch und ziemlich offen für hörtechnische Hilfsmittel bin, kaufte ich mir eine Karte für das Matinee. Ich entschied mich bewusst für Reihe 11, weil laut Plan der Signalempfang ab der elften Reihe am optimalsten sei. Informatives kann man auch auf der Webseite vom Stadtsaal nachlesen.

Nachdem ich hier und dort meine Erfahrungen mit Induktionsanlagen gesammelt habe, ging ich an diesem Ostersonntag mit den geringsten Erwartungen in den Stadtsaal, um zunächst meine Karte abzuholen. Positiv fällt auf, dass bei der Kassa und beim Eingang zur Bar die Symbole gut angebracht sind. Selbst an der Kassa entdeckte ich den Plan, dennoch musste ich den netten Mitarbeiter an der Kassa darauf ansprechen, dass ich mir bewusst eine Karte in der elften Reihe wegen der Induktionsanlage gekauft habe und ersuchte ihn, dass/ob die Anlage auch eingeschalten sei. Er sah mich schon etwas irritiert an und versicherte mir, dass die Anlage selbstverständlich in Betrieb sei.

Weil noch Zeit war, ging ich mit lieben Bekannten auf einen schnellen Kaffee und bald war es kurz vor 11 Uhr. Ich nahm meinen Platz ein und schaltete meine Hörsysteme auf das Induktionsprogramm um. Ich strahlte, als ich die Hintergrundmusik sofort und fast klar hörte. („Fast“ deshalb, weil ich ein leichtes Rauschen wahrnahm.) Dieses Erlebnis machte mir Hoffnung, dass mir eine verständliche Aufführung bevorstehen würde.

Kurz nach 11 Uhr betraten Willi Resetarits, Christian Seiler und Stefan Schubert die Bühne. Seiler eröffnete das Matinee mit einem „Guten Tag“, weil das übliche „Guten Abend“ doch etwas zu früh sei und hier möchte ich mich vor ihm verneigen. Ich habe Christian Seiler in den nächsten 90 Minuten klar und deutlich verstanden – es war herrlich und es hat mir Freude bereitet, ihm zuzuHÖREN.

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Willi Resetarits, Christian Seiler, Stefan Schubert

Dagegen hatte ich lange Schwierigkeiten, den Ausführungen von Wilhelm Resetarits zu folgen, auch blieben die humoristischen Einwürfe von Stefan Schubert bei mir ohne Wirkung – bis auf einen, das war der Moment, als Herr Schubert die drei Gläser Schaumwein brachte und mit einem „Mehr als drei Gläser hob i ned gefunden.“ kommentierte. Ich vermute ganz stark, dass die Mikrofone von Willi R. und Stefan Sch. gestört haben, während Christian S. über ein Headset sprach. Es war auch nicht so, dass ich den Herrn Resetarits gar nicht verstanden habe, aber ich musste mich schon anstrengen. Dennoch bekam ich viel aus seinen Erzählungen über seine Kindheit, sein Wirken bei den Schmetterlingen, sein Alter Ego Kurt Ostbahn, die Zeit danach und am Schluss – als Seiler mit ihm über sein humanistisches Engagement (Integrationshaus) sprach – verstand ich Willi Resetarits immer besser. Alles in allem eine Vorstellung, von der ich unglaublich viel mitnahm.

oznorSo wie im Pressetext angekündigt, wurden die Gespräche von der Musik unterbrochen, die Stefan Schubert mit Gitarre und Fußtrommel untermalte. Selbst Christian Seiler stimmte auch mit in „Gloria“, „Lipo ti je cuti“, „Da Joker“, „The Dark End Of The Street“ und „Spruch ausm Süden“ ein. Sehr berührt haben mich Willi Resetarits‘ einleitende Worte zu „Companero Victor Jara“, welches er damals mit den Schmetterlingen eingesungen hatte und es auch an diesem Vormittag rezitierte. Die Ergriffenheit des Publikums war mit den Händen zu spüren.

oznorUnd noch einmal berührend wurde es zum Schluss, als Wilhelm Resetarits eine weitere Anekdote erzählte, wo es um die Musik – einzig und allein um die Musik – geht. Dass Liebe sich in Musik ausdrücken kann. Es schien um eine Liebesgeschichte zu handeln. „… a blumanschdandal…“ Das war das Stichwort! „… en suma, en heabst, en winta…“. Ich wusste nun, was kommen würde.

Ich habe zum Zählen aufgehört, wie oft und wie sehr mich das Lied in vielen verschiedenen Versionen berührt. (Hansi Lang, sowohl da Wirt als auch Frau Marie von [rema‘su:ri], Wilhelm R. sowohl mit Sabina Hank als auch mit Molden, Soyka, Wirth als auch mit den Stubnblues.)

Aber am Ostersonntag, 21. April 2019 gegen 12:30 Uhr – mithilfe der induktiven Höranlage dem Harp, der Gitarre und DER Stimme zuzulauschen.

Ich glaube, es wird schwer sein, dieses „alanech fia dii“ zu toppen.

mdeDanke an die drei Herren für das besondere Matinee!

Danke Stadtsaal, Du hast etwas gut bei mir!

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