10.08.2018 – Floyd Division in der sommerszene, Gänserndorf

Nach dem fantastischen Abend in der Wiener SiMM City fühlte ich, dass es heuer nicht nur bei einem Konzert von Floyd Division bleiben konnte.

Hier danke ich Gue von ganzem Herzen, dass er mich im Auto nach Gänserndorf und retour mitgenommen hat. Kaum erreichten wir das nette Gelände der „sommerszene“, schon beschloss Gue, dass wir einmal ausnahmsweise ganz vorne sitzen sollen, da wir beide Floyd Division bisher nur aus einer beträchtlichen Entfernung erlebt haben. Die recht windige Wartezeit überbrückten wir mit dem Verzehr von sehr gutem Speis & Trank und dem Soundcheck konnten wir noch nebenbei zulauschen.

rhdrAuf die Minute genau, als das Konzert begann, verabschiedete sich der kalte, ungemütliche Wind und als ob diese Pause von einer weiteren Rekordhitze nicht genug war, wurden wir mit einem ordentlichen Regenguss begrüßt. Nach zehn Jahren war ich nun das zweite Mal bei der Gänserndorfer „sommerszene“ und es regnete wieder. Am 19. Juli 2008 gab es bei DENK einen eher lauen Sommerregen, der auch nur von kurzer Dauer war. Aber dieses Mal blieb es nicht nur bei einem Regenschauer, dennoch tat es der Stimmung aller keinen Abbruch und meine kletterte gleich auf die höchste Skala, als Floyd Division ihr Konzert mit „Learning To Fly“ eröffnete.

Auch freute ich mich, dass ich die Musiker und Sängerinnen von Floyd Division aus nächster Nähe betrachten konnte – doch diese Freude währte nicht lang. Schon beim nächsten Lied, „Shine On You Crazy Diamond“, stellte sich ein Besucher fast genau in die Mitte vor der Bühne und… ähm, verdarb mir so die Sicht. Ich wollte mich nicht darüber ärgern, aber die Erinnerungsfotos würden natürlich blöd aussehen. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich mich auch nicht von meinem Platz erheben, weil es immer noch in Strömen regnete. Nachdem wir uns wieder schworen, dass wir diese Art von „education“ nicht brauchen, erklang nach „Another Brick In The Wall“ das berührende „Hey You“, dessen Original auch auf dem Album „The Wall“ zu hören ist.

mdeDer Typ vor uns schien keine Anstalten zu machen, seinen Mittelpunkt zu räumen und mir wurde es allmählich zu blöd, auf seinen Allerwertesten zu starren. Schließlich erhob ich mich und ich fand mich zunächst rechts von der Bühne wieder. Der Regen ließ ein wenig nach und ich konnte nun entspannt das Konzert weiterverfolgen. Ich stellte wieder aufs Neue fest, was für wunderbare Klangwelten die Musiker rund um den Sänger Roman Bischof zauberten. Da sind Thomas Scherrer und Geri Cuba an den Gitarren, Florian Aschauer am Bass, Markus Herwig an den Tasten und Otmar Dangl am Schlagwerk. Der Saxophonist, dessen Name mir leider entfallen ist, bestritt an diesem Abend seinen ersten Auftritt mit Floyd Division – und er bestand die Feuerprobe!

Trotz der ordentlichen Abkühlung ging das Publikum beim zeitlosen Werk von Pink Floyd mit und jede/r lebte die Musik auf seine Art & Weise aus. „High Hopes“ gehört zu den ruhigeren, besinnlicheren und meines Erachtens schönsten Liedern von Pink Floyd, dennoch wurde das Publikum kaum unruhig. Jung & Alt, Gänserndorfer und aus anderen Orten angereiste Fans genossen die Musik von Floyd Division, die ihrerseits ihren Tribut an das Original zollte.

Bevor es in die Pause ging, kündigte Roman Bischof an, dass in der zweiten Halbzeit das komplette „Dark Side Of The Moon“ gespielt wird. In der Pause bestand Gue nun darauf, dass wir es genauso wie die anderen können und uns in die erste Reihe Mitte stellen sollten. Gesagt, getan. Doch bevor der zweite Teil begann, wurde es mir zu blöd, eine solche Sonderposition einzunehmen und ich verdrückte mich leicht nach rechts. (Mittlerweile fühle ich mich nicht mehr so wohl, mich bei einem Konzert in der ersten Reihe Mitte zu positionieren.)

„Dark Side Of The Moon“ gehört zu den Meilensteinen der Musikgeschichte. Das Album mit dem prägenden Cover von Storm Thorgerson feiert heuer sein 45jähriges Jubiläum und so erübrigt sich die Frage, das Album in seiner Gänze von „Speak To Me“ bis „Eclipse“ zu zelebrieren. (Etwas Ähnliches würde mir zum 25jährigen von „The Division Bell“ gefallen, aber wer bin ich denn, die solche Forderungen stellt.)

„The Great Gig In The Sky“ stellte die Sängerinnen wieder vor stimmlichen Herausforderungen, die sie aber mit Bravour meisterten. Mit den abschließenden „There is no dark side of the moon, really/ Matter of fact, it’s all dark“ aus „Eclipse“ steuerte Floyd Division auf das Finale zu, welches sie mit den unverzichtbaren Klassikern bespielte.

Das Publikum in der „sommerszene“ beherrschte das „How I wish, how I wish you were here/ We’re just two lost souls swimming in a fish bowl…“. Wie sehr der Weggang von „crazy diamond“ Syd Barrett zu solchen Metaphern bewegt! Anschließend tauchte uns Floyd Division in „Comfortably Numb“ ein. Spaßig war es, als Roman Bischof sich mit Tschik zu uns in der ersten Reihe gesellte und seine virtuosen Musiker beim abschließenden Solo bewundern konnte.

Uff!

Das Konzert von Floyd Division konnte sich in das Ambiente der Gänserndorfer „sommerszene“ einverleiben, es war stimmig, die Akustik bis auf ganz wenige Aussetzer sehr fein und das Publikum genoss den Abend.

Mir ist erst irgendwann… ich betone, „irgendwann“ – ja, Gue, Du darfst ruhig noch einmal lachen ;-) – im Laufe des Konzerts aufgefallen, dass Floyd Division aus organisatorischen (?) Gründen auf ihre runde Leinwand verzichtet hat. Der Abend bedurfte dieses Mal keine zusätzlichen visuellen Effekte und es war dennoch beeindruckend.

Danke für dieses Erlebnis und ich freue mich auf das nächste Mal!

1 Kommentar

  1. Sehr schöner Artikel.
    Der Typ in der Mitte kam nach dem Abchreiten des gesamten Platzes zu der Erkenntnis, dass der Sound ganz vorne in der Mitte am Besten war. Zudem kann er überhaupt nicht verstehen, wieso jemand lieber auf nassen Bierbänken sitzen will, die mindestens 10 Meter von der Bühne entfernt stehen und an denen rundherum Leute sitzen, die sich schreiend irgendwelchen Bullshit erzählen, anstatt die Musik zu genießen. Leider kann er das Gequatsche auch nicht ausblenden. Er findet es auch unhöflich gegenüber der Band bei einem Konzert meterweit entfernt zu sitzen.
    Er war auch schon bei 2 Pink Floyd Konzerten, aber leider immer hunderte Meter von der Bühne entfernt.
    Also stellt er sich an den Platz mit dem besten Sound, der besten Sicht und dem wenigsten Gequatsche und der besten Möglichkeit der Band seinen Respekt zu erweisen. Logisch, oder? So war eines der schönsten Erlebnisse in seinem Leben.
    Und dass andere auf seinen Allerwertesten starren, geht ihm genau an diesem vorbei.

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