12.08.2017 – DENK auf der Donaubühne Tulln

Nein! Im Ernst! Tatsächlich!

Ich. Wollte. Keinen. Bericht. Schreiben.

Doch während des Konzerts sprang ich auf meinen imaginären Nostalgiezug und ich könnte diesen Bericht mit „Mit der Donaubühne Tulln fing alles an…“ starten oder mit „Es war einmal ein heißer Sommertag im Juli auf der Donaubühne Tulln…“

Hört Ihr den Nostalgiezug dampfen, rattern, tuckern?

Bloß, es wäre vermessen zu behaupten, dass das Ganze wirklich auf der Donaubühne Tulln begonnen hat.

2005Ich erlebte DENK das erste Mal am 17. Juli 2005 auf der Donaubühne Tulln. Eine junge aufstrebende Band bestritt die Vor-Vorgruppe von Vorgruppe Opus und Hauptact STS. Meine prägendste Erinnerung an DENK ist das kik-Kleid von Birgit.

In den nächsten drei Jahren geschah erst einmal… nichts. Ich konnte mich in den drei Jahren nicht dazu motivieren, mir eine CD von DENK zu kaufen (schwerer Fehler, ganz schwerer!) und verpasste auch etliche Konzerte. Doch im jungen Sommer 2008 besann ich mich eines Besseren und entschied mich, DENK wieder live zu erleben. Theater am Spittelberg, 4. Juli 2008. Von da an blieb ich hängen, obwohl ich seitdem immer wieder ein paar Konzerte auslasse.

Aber Donaubühne Tulln! Das blieb! 2010 kam ich wieder! 2010Und lernte viele DENKende Fans (näher) kennen, zu dessen Großteil ich immer noch regen Kontakt pflege.

Neben den oben erwähnten Konzerten erlebte ich noch Wolfgang Ambros in 2005 und 2009 und Boris Bukowski in 2010 auf der Donaubühne, aber der 12. August 2017 war mein kältestes Donaubühne-Tulln-Konzert!

Nach all den Jahren bin ich auch älter geworden, owa ned gescheiter, weil die söbn Fehler moch i immer wieder… dennoch verabschiedete ich mich vom Steinderl am Ufer als Sitzplatz und ich zog stattdessen den unbequemen Plastiksessel vor.

Nachdem die Sonne sehr stimmig unterging, wurde es… kalt. Aber seit Bruce in München 2013 habe ich ein wirksames Rezept entwickelt. Bei den nächsten Konzerten, die ich irgendwie als „kalt“ empfand, dachte ich automatisch an DIESES Konzert und es durfte mir nicht mehr kalt werden. Aber dennoch war ein wenig frieren erlaubt…

Soundmäßig im „freien Fall“… es ist sieben Jahre her, aber waren die Konzerte auf der Donaubühne immer so leise? Ja, ich weiß, die Entfernung vom Publikum zur Bühne spielt sicher eine Rolle… bekamen wir „Mei Radio“ zu hören. Nachdem das Radio endgültig hin war, stellte Birgit die Buben (Ich sollte langsam dieses Wort aus dem Vokabular streichen, Birgit nennt sie seit Jahren nicht mehr so!) vor: Alexander Horstmann am Bass, Philipp Mayer am Schlagzeug, Harald Wiesinger an den Tasten und Ludwig Ebner an der Gitarre. Der andere Gitarrist, Thomas Tinhof, ist leider aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Bevor das nächste Lied gespielt wurde, musste Birgit hinzufügen, dass sie unmöglich den Originaltitel „Bring Me Some Water“ wortwörtlich ins Österreichische übersetzen konnte und entschied sich für das kluge „Bringts ma irgendwer a Ochtl“. Auch machte Birgit während des Liedes deutliche Zeichen, dass jemand ihr ein Achterl bringen sollte. Aber niemand war bereit, sich in die kalten Fluten der Donau zu stürzen und der Frau Denk das gewünschte Glaserl zu bringen. „Ned, wos i wü“ und „Söbe Stadt“ erfüllen noch den Part des „Fia di“-Programms, welches DENK in 2015 zusammengestellt haben. Birgit erzählte dem Publikum, das der immer mehr bitteren Kälte tapfer trotzte, dass sie mit ihrer Truppe in Schweden war, um ihr neues Album aufzunehmen. Das Endergebnis wird im November zu hören sein, doch stünden DENK jetzt mit einem Fuß im alten Programm und mit dem anderen im Fluss der neuen Lieder. Daraufhin machten Alex und Ludwig Spagatübungen, die gut ausgegangen sind. Von der „Cremeschnittn“ bekamen wir alle eine Kostprobe und es ging dann weiter mit einer bewährten Nummer: „Fia di“. (Schunkeln hält warm, gö?) Mit „Büd ana Zeit“ ging es in die Pause.

Häh? Pause? Hamma des beim letzten Moi a ghobt? Meine Mitstreiter, die in 2010 auch dabei waren, konnten sich an keine Pause erinnern. Geh, es war schon ziemlich koid…

Samma ned „wieda zwieda“, weu „Es is guad“. Plusminus zehn Jahre alt, habe ich mir „Es is guad“ zu meinen wichtigsten Liedern von DENK einverleibt. Weißt Du, je älter Du wirst, und Du hörst, „dass Du ned gescheida wirst“. Das ist das pure Leben! Und dann dieses „Es wird weidagehn, es is no ned vuabei“… wow!

Das neue „Regn im Dezember“ ließ uns um gefühlte zehn Grad Celsius weniger erzittern, bevor ich und ein paar wenige ihre Qualitäten als Sitzplatztänzerinnen bei „Triller“ unter Beweis stellen konnten. Als die ersten Takte von „Durch die Wüste“ erklangen, sprach ich meine Sitznachbarin und eine der liebsten Konzertmitstreiterinnen an: „Stellen wir uns vor, wir sind gerade in der Wüste…“

„Du kannst die ganze Nacht“ war wieder witzig und „Kumm ned her“ ließ uns um einen gefühlten Grad Celsius wärmer werden… sorry, aber es war inzwischen a….kalt. Mit „Is a so“ beendeten DENK das Konzert, ohne nicht für zwei Zugaben auf die Donaubühne zurückzukehren.

„Was i eh“ war das Signal und ich hupfte von meinem Sitzplatz weg und lief zum Ende des Sitzblocks, um meine etwas versteiften Glieder zu lockern und ein wenig zu tanzen. Mit „Zwa miade Lotschn“ ging es dann wieder zurück nach Wien. (Wir wurden netterweise von M. im Auto chauffiert.)

Es war sehr schön, einige von Euch nach langer Zeit (Im wahrsten Sinne des Wortes!) wiederzusehen. Es war ein schönes Konzert und ich freue mich auf das nächste Mal im Theater am Spittelberg!

Fotos von Martin auf fotohutt.at

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2 Kommentare

  1. Ja, 2010 gab es eine Pause!
    Das Archiv weiß (fast) alles – auch, dass „Cremeschnitten“ keine Weltpremiere war.

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