07.03.2017 – The Australian Pink Floyd Show in der Wiener Stadthalle

Nur wenige Wochen nach dem fantastischen Konzert von Floyd Division teilte mir Gue mit, dass die australische Pink Floyd-Tribute-Band am 7. März 2017 in Wien auftreten würde. Wie schon in diesem Bericht erwähnt, sind die Preise nicht mit Floyd Division vergleichbar und dagegen wehrte ich mich anfangs auch ein wenig, aber dann: Ich danke hier vom ganzen Herzen dem Gue für die Einladung!

Nach mehr als 10 Jahren kehrte ich in die Halle F der Wiener Stadthalle zurück und stellte fest, dass die mittlerweile ausgewaschen rot gepolsterten Sitzplätze früher einmal ganz tiefrot waren. Um das Konzert auch optisch bestmöglich einzufangen, saßen wir in den hintersten Reihen. Selbst wenn ich nur einmal in der Halle F war, weiß ich, dass sie im Gegensatz zur größeren Halle D für ein besseres Klangerlebnis sorgt und so glaubte ich, diese Tribute-Band in dieser Halle gut aufgehoben zu hören.

Die Mitglieder der Band betraten die Bühne und es wurde zunächst ein Vorgeschmack von ihrer Laser-Show gezeigt. Im Gegensatz zu Floyd Division tourt die australische Ausgabe sogar um die Welt und kann sich auch finanziell einen solchen Schnickschnack erlauben. Unter dem Motto „The Best Side Of The Moon“ zeigten sie sich von ihrer besten Seite, nämlich „down under“ und entführten uns auch auf eine nostalgische Reise, wo auf der runden Videoleinwand auch die floydianischen Mitglieder zu sehen waren: Syd Barrett, David Gilmour, Nick Mason, Richard Wright und Roger Waters.

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„Another Brick In The Wall“

Aus dem Liederfundus wurden unter anderem „Time“, „Money“, „Us And Them“, „Run Like Hell“, „Sheep“, „Arnold Layne“, „Astronomy Domine“, „The Fletcher Memorial Home“ und „One Of These Days“ ausgegraben.

Zu den optischen Besonderheiten neben den Laserstrahlen gehörten die überdimensionale Figur des Lehrertyrannen in „Another Brick In The Wall“ und die Videos auf der runden Leinwand mit vielen australischen Noten. Zum Schmunzeln brachte mich das Bild vom „Wish You Were Here“-Albumcover, wo anstelle des linken Mannes ein pinker Känguruh dem rechten in Flammen stehenden Gegenüber die Hand drückt. Der pinke Känguruh erschien noch einmal als überdimensionale Requisite am Ende des Konzerts. Die ständigen Blitzlichteffekte waren auf die Dauer sehr ermüdend und ich hatte keine andere Wahl als bei vielen Nummern die Augen schließen zu müssen.

Bei dieser Truppe war ein Sänger zu wenig. Den Gesangspart teilten sich überwiegend der Hauptsänger und der Bassist, dessen Stimme nicht zu verachten ist. Zwar waren zwei Gitarristen auf der Bühne, aber im Vergleich zu Floyd Division fehlte ihnen die Liebe zu den intensiven Gitarrensolis. Der Saxophonist kam mir eher als eine Witzfigur vor. (Oder ist das nur eine Frage der Perspektive?)

Was für mich (und auch für Gue) nicht zu erwarten war: Der Sound war eine Enttäuschung. Zu Beginn des Konzerts empfand ich den Klang eher metallisch und – ich zitiere Gue – übersteuert. Es schien sich bei den nächsten Liedern zu legen, oder mein Gehör gewöhnte sich daran. Aber der unvorteilhafte Sound machte sich wieder in „Shine On You Crazy Diamond“ bemerkbar, der sogar ein wunderbares langes Instrumentalsolo beinhaltete, aber klangmäßig einfach miserabel herüberkam. „Wish You Were Here“ kam auch nicht in der eigentlichen Intensität herüber, weil der schlecht gewobene Klangteppich das Lied ihrer Schönheit beraubte.

Dennoch möchte ich die Show nicht madig machen. Es war trotz der bemängelten Punkte ein Live-Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Mit „Comfortably Numb“ legten die Australier einen wunderbaren Abschluss hin und ich sah die wogende Zuschauermenge, wobei der Großteil sich von ihren Plätzen erhoben hat und sich dem Lied, der Musik, dem Abend hingab. Es ist nur schade, dass auf unseren Plätzen die Halle F nicht den klangtechnischen Anforderungen entsprach.

Für mich hat das Konzert auch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Ich habe innerhalb von wenigen Wochen zwei verschiedene Pink Floyd-Tribute-Konzerte besucht und kann nur unterstreichen, dass Austria nicht Australia ist. Schon im Laufe des Konzerts wurde mir klar, dass Floyd Division als Sieger hervorgeht.

Webseite von The Australian Pink Floyd Show

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