23.02.2017 – [rema’su:ri] in der Sargfabrik

Nach zwei Jahren kehrte das Wirtshaus wieder in den Tiefen der Sargfabrik zurück.

Eine für mich nicht gerade angenehme Woche steuerte endlich auf den Freitag zu. Dennoch begleitete mich auf den Weg zur Sargfabrik ein Zweifeln an meiner Konzentrationsfähigkeit. Ein darauffolgend durchgeführter Test fiel mit Pauken und Trompeten durch, indem ich die spaßigen Begrüßungsworte (Hörbar am lauten Lachen des Publikums.) des Geschäftsführers der Sargfabrik, Ernst Perbin-Vogl, nicht verstand außer „Opernball“ und „Goldie Hawn“. Auf jeden Fall bot das Konzert von [rema’su:ri] eine ernstzunehmende, wenn nicht sogar „außer“, Konkurrenz zum Opernball, weil sie keinen Baumeister als AT-Promi braucht, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

7675Ganz pomali wurde das Konzert mit „Afoch leiwand“ und „Miniatur“ eröffnet. Das neue Album von [rema’su:ri], „Wann da Herbert ned wü“, stand im Mittelpunkt und zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Nach dem Titellied und „A Wett valuan“ besann sich die Partie auf die Klassiker und holte aus ihrem Vorratskeller zuerst einmal „Pinsch“ heraus.

Nach „Wos Du ois kannst“ wurde ein „kurzes Lied“ angekündigt, der aber doch lang sei. Frau Maries „Vü z’lang“ gehört zu meinen Favoriten auf dem „Herbert“. Trotz feiner Akustik und eigentlich guter Beleuchtung (Meine Kamera war da wieder anderer Meinung!) hatte ich ziemlich große Schwierigkeiten, den Philosophien des Herrn Wirten zu folgen. Ich schaffte es nicht, bis zum Schluss zuzuhören. Es war mir an diesem Abend einfach zu anstrengend. Dennoch wird die Zeit kommen, wo das Verstehen die Oberhand heben wird… Stichwort „Zeit“. Tino, der „Kistenmann“, Klissenbauer hat auf dem rätselhaften Album ein wunderbares Schlusslied geliefert. So wie es sich für ein feines Lied gehört, wurde es auch bespielt.

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Frau Marie als „Tante Gretl“ in „Pinsch“

Ein untrügliches Zeichen für die bevorstehende Pause ist der Hinweis des Herrn Wirten auf das Klumpertstandl. Er bewarb das Liederkochbuch und erwähnte die Flascherlsymbole in diesem Buch… aber da streikte mein Hirn wieder und weigerte sich, weiter zuzuhören.

Mit „Tuas!“ wurde dezent auf das Kaufen hingewiesen und dass wir auch die Pause für einen weiteren Nachschub an Kozel & Co. organisieren konnten.

Nach der Pause ging es mit „Wenns nach mir geht“ weiter und nun folgten „zwei Stücke aus den Jahreszeiten in chronologischer Reihenfolge“. (Juhuu, habe ich etwas Sinnvolles verstanden!) Was habe ich mich über „Sommerschluss“ gefreut. Die älteren Nummern werden langsam, aber sicher zu Raritäten, wenn nun das mittlerweile fünfte Studioalbum erschienen ist. Da „Herbert“ soll auch im Vordergrund stehen und natürlich sollen aus dem neuen Album so viele Lieder wie möglich gespielt werden. Aber mit „Sommerschluss“ wurde mir bewusst, dass ich hier und da ein paar ältere Nummern vermisse. Chrono-Logisch stürzte uns „Spätherbst“ in eine leichte Depression, die dann zum Luxusproblem wird, bevor wir uns als „Hans im Glück“ im Winter befanden.

7687Die „Hiebeserklärung“ riss uns in feucht-fröhlicher Mitsingstimmung und unser engelhafter Chorgesang zu „Remasuri in Ooottakriihiing“ kommentierte da Wirt mit einem freudig-seufzenden „Herrlich!“. Nach der unverzichtbaren „Angelina“ (oiso knoun äs „Horstl heast“) ging es ottagriechisch zu „Maria me ta kitrina“. (Auf meinem beinahe zitronengelben Schummelzettel habe ich noch etwas Unleserliches notiert, die ich trotz mehrmaligem Hinschauen nicht mehr entziffern kann… auf meinem Platz war es ziemlich stockfinster, so dass ich oft blindlings die Anmerkungen hinkritzeln musste.)

„Als Reminiszenz an den verstorbenen James Last“ (Der auch?) und als „Hommage an uns selbst“ wurde eine „Party Partie“ gespielt. „Am leiwansten daham“ ließ uns ehrfürchtig erheben und mit einem „Holterdipolterpolka“ wurde das Konzert vorerst beendet.

Der Applaus vom Publikum, der doch aus vielen unbekannten Gesichtern bestand, war ohrenbetäubend und erfreulicherweise kehrte die Wirtshauspartie für zwei weitere Lieder zurück, obwohl 22 Uhr schon längst vorbei war.

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„Nackert schmusen“

7695Mit „Nackert schmusen“ und der „Fluchthelferin“ ging ein wunderbares Konzert zu Ende.

Der Fokus war auf das neue Album gerichtet, was mir recht war. Bei den Doppler-Abenden im vergangenen Dezember wurden zwar nicht wenige Nummern aus dem rätselhaften Album gespielt, aber der Blick auf die Dopplerflasche war ein anderer. Und ich fand erst nach den Einkehrtagen die Zeit, den „Herbert“ zu hören und zu lesen. Ich mag darüber noch kein endgültiges Urteil abgeben, weil „Pinsch“ nach wie vor mein liebstes [rema’su:ri]-Album ist. Dennoch hat sich der „Herbert“ im Vergleich zu seinen Vorgängerwerken musikalisch weiterentwickelt.

Es war auch eine Freude, die fleißigsten Stammgäste (C & B, B & G, Ch. & M. und Schurli) wiederzusehen und danke für das leiwande Foto.

groupies
Edelfan, Fan mit den meisten zurückgelegten Kilometern (Klagenfurt – Maroltingergasse) und meine Wenigkeit.
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