04.02.2017 – Floyd Division in der SIMMCity

2017-02-04_tixDie bewusste Erstbegegnung mit Pink Floyd fand in meinem 12. Lebensjahr statt. Zumindest waberte schon vorher in meinem Gedächtnis herum, dass sie etwas mit „The Wall“ zu tun hatten. Ich erinnere mich an einen Hype namens „The Division Bell“. Ich weiß noch, wie fad und langatmig ich das Video zu „Take It Back“ fand, welches ich auf MTV sah. Kurze Zeit später entdeckte ich wieder auf MTV (Das war damals ein sehr nützlicher Fernsehsender!) das Video von „High Hopes“ und das war eigentlich das erste, was mir von Pink Floyd gefiel.

Auch erinnere ich mich mit einem Schmunzeln an die stetig blinkende, rote Leuchtdiode, die das „P.U.L.S.E.“-Album verzierte und die Box war lange auf Platz eins der Charts.

Und irgendwann in den späten Neunzigern sah ich auf diesem damals sehr nützlichen Fernsehsender mittendrin das Video von „Learning To Fly“. Nichts ahnend, von wem die Musik stammt, hat mich das Lied umgehauen. Das Video, die Instrumentierung und der Gesang. Einfach alles!

Und im Abspann konnte ich meinen Augen nicht trauen, dass das Lied von Pink Floyd stammte. Pink Floyd? Tatsächlich? Dass die ein Lied haben, welches mich über alle Maßen faszinierte und es immer noch tut.

Im Herbst 2000 stieß ich auf „Wish You Were Here“, die mir meine erste große Liebe quasi als elektronischen Liebesbrief schickte – samt mp3-Datei und dazugehörigem Text. Wem kann das Lied nicht gefallen?

In 2006 fanden für mich zwei markante Ereignisse in Bezug auf Pink Floyd statt: Der Tod von Syd Barrett führte mich zu „Shine On You Crazy Diamond“ und im September besuchte ich im Zeiss-Planetarium in Jena die Multimedia-Laser-Show über Pink Floyd. Die wunderbare Akustik im Kuppel höre ich heute noch und es wäre auch erst gestern gewesen, als ich in mir eine riesige Freude spürte, nachdem die ersten Takte von „Learning To Fly“ erklangen.

Nachher erweiterte ich meine Musiksammlung um das Album „Wish You Were Here“ und um eine russische Pressung des „P.U.L.S.E.“-Albums.

Ein Konzert war für mich nicht drin, weil ich zu spät auf die Welt gekommen bin. Für die australische Coverband wollte ich keine Preise zahlen, die sich an das Original näherten. David Gilmour im Schloss Schönbrunn vor einem Jahr peilte ich an, aber ich verfolgte es nicht mehr weiter, nachdem ich entdeckte, dass die Stehplätze sich hinter dem Sitzplatzbereich befanden.

Zu Floyd Division hatte ich es bisher leider nicht geschafft – erst am 4. Februar 2017 hatte ich endlich Gelegenheit, sie in der SimmCity zu erleben. Was ich über diese Tribute-Band gehört und gelesen habe, war nur positiv. Dennoch sah ich mir vor diesem Konzert keine Videos an und warf nur einen kurzen Blick auf ihre Webseite floyddivision.at.

Eine Erwartung hatte ich dennoch. Würden sie „Learning To Fly“ spielen?

7611Kurz nach 20 Uhr betraten Roman Bischof (Gesang), Thomas Scherrer (Gitarre), Geri Cuba (Gitarre), Markus Herwig (Keyboard), Othmar Dangl (Schlagzeug), Florian Aschauer (Bass), Ingo Beer (Saxophon), Brigitte Guggenbichler, Sandra Kren und Ann G. Müllner (Hintergrundstimmen) die Bühne und entführten uns sozusagen auf eine psychedelische Reise.

Nach der ersten Nummer machten sie Ernst. Unverkennbar die ersten Takte. Ich breitete meine Arme zu Flügeln aus, sang und reiste mit.

„[…] There’s no sensation to compare with this
Suspended animation, a state of bliss
Can’t keep my mind from the circling sky
Tongue-tied and twisted just an earth-bound misfit, I“

Überglücklich und zugleich doch etwas enttäuscht, dass sie gleich am Anfang dieses Lied rausgehaut haben. Aber bitte, Du hast Dir „Learning To Fly“ gewünscht und sie haben das Lied gespielt!

Mit dankbarem Gefühl, das Lied nun auch „live“ gehört zu haben, nahm die psychedelische Reise einen weiteren positiven Verlauf und somit gelangten wir zum nächsten Klassiker: „Shine On You Crazy Diamond“. Die selbst gemachten Videos auf der runden Leinwand fand ich klass‘. Stark an die Thematik der Lieder angelehnt, aber mit der eigenen persönlichen Note. Am Ende des Liedes starrte uns der „crazy diamond“ höchstpersönlich – Syd Barrett – aus der runden Leinwand an.

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„Shine On You Crazy Diamond“

In der ersten Hälfte wurden unter anderem „Time“ und „Money“ gespielt, bevor es mit „Another Brick In The Wall“ in die Pause ging. Es war bereichernd, dass zehn Schüler von der Simmeringer ONMS Florian Hedorfer-Straße die Band optisch mit ihren Schuluniformen und stimmlich im Chor verstärkte.

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„Another Brick In The Wall“
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Floyd Division mit Schülern der ONMS Florian Hedorfer-Straße

In der Pause hatte ich ein wenig Gelegenheit, das Erlebte auf mich einwirken zu lassen. Mit zwei lieben Mitstreitern fachsimpelte ich über Pink und Floyd und erfuhr, dass im WWW sogar eine Anleitung für die Wiederbeleuchtung der P.U.L.S.E.-Leuchtdiode gibt.

Nun ging die psychedelische Reise weiter und wir tauchten in ein Klang- und Bildermeer, die ich nicht mit Worten beschreiben kann. Da gibt es diesen Spruch, dass einem das Hören und Sehen vergehen wird. In meinem Fall, dass Hören und Sehen nur schwer in Worten zu fassen ist und man das Ganze selbst erlebt haben muss.

Ich grinste wieder in mich hinein, als ich „High Hopes“ hörte. War es doch das Lied, welches mir Pink Floyd ein wenig sympathisch machte. Nach diesem Lied verließen die Damen und Herren die Bühne.

Als Zugaben wurden „Wish You Were Here“ und „Comfortably Numb“ gespielt. Bei „Wish You Were Here“ war das Publikum unglaublich stimmgewaltig und mit „Comfortably Numb“ ging an diesem Abend eine wunderbare Reise zu Ende.

Es war ein fantastisches Konzert, die ihrem Motto „A Psychedelic Journey“ gerecht wurde. Das Publikum bestand aus eingefleischten Pink Floyd-Fans und Musikliebhabern. Die Truppe um Roman Bischof hat uns einen Abend geboten, die sehr professionell über die Bühne ging – die beiden Gitarristen zauberten wunderbare Klänge aus ihren Saiteninstrumenten. „Es ist schon faszinierend, was man aus einer Gitarre holen kann.“ (O-Ton Gue) Die anderen Musiker (Bass, Keyboard, Saxophon und Schlagzeug) und die Sängerinnen trugen nicht minder dazu bei, dass das Konzert zu einem hörenswert schönen Erlebnis wurde.

Ich freue mich schon auf das nächste Mal!

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3 Kommentare

  1. Oh weia, Pink Floyd! Da werden Erinnerungen an Jugendpartys wach, bei denen man wahlweise berauscht vor Glück und Testosteron war, weil die komplette erste Seite von der LP „Wish you where here“ gespielt wurde und man seine Flamme gerade zum Klammerblues überredet hatte, oder eben nicht, weil man selber von der Falschen überredet worden war. Dann war die erste Seite brutal lang.
    Ist aber deffinitiv nach wie vor seeeeehr amtlich das ganze und Dave Gilmour ist der Gott der Bendings! Versuche in der Jugend mit den von ihm gespielten 13er Seiten seine Soli nachzuspielen, endeten mit tauben Fingern und der Erkenntnis, der Kerl hat mehr Blues im kleinen Finger als ich im ganzen Körper.
    „The Wall“ ist ein Teil des Soundtracks meine Jugend und hat seinen Platz in der Hall of Fame der Konzeptalben sicher!
    Im letzten Sommer erlebte ich eine Top- 40 Band, die sich auf den üblichen Volksfesten rumtreibt. DIe trauten sich an den Stoff ran. Mit Erfolg! Die Menge tobte. Egal ob Jung oder Alt.
    Müsste eigentlich auch wieder wesentlich mehr auf Konzerte gehen. Wenn ich danach nicht tagelang einen Monster- Tinnitus und arge Probleme mit Verständnis hätte, würd ichs auch wagen. Ich muß es daher immer wohl dosieren.
    Grüßlis

    1. Danke für Deinen netten Kommentar :-) Zwar werde ich auch von Tinnitus-Anfällen heimgesucht, aber ich habe das Glück, dass diese Erscheinungen nicht in der Zeit „nach den Konzerten“ auftreten *aufsholzklopf*

      Greetinx,

      Sori

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