21.05.2016 – Gutrufs Erben in der Kulisse

Nachfolgenden Text habe ich schon am Sonntag, 22. Mai 2016 gegen 16 Uhr fertiggestellt. Doch ich wollte das Wahlergebnis abwarten und dann war mir dieser Beitrag wichtiger. Nun, nachdem ich mit riesiger Erleichterung weiß, dass der richtige UHBP gewählt wurde, lasse ich die Worte ans Licht…

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Gutrufs Erben: Martin Mader und Christoph Michalke.

„Alles nach dem andern…“ – so lautet der Titel der CD und auch das Motto von Gutrufs Erben, ein musikalisches Herzensprojekt von Christoph Michalke und Martin Mader.

Eine Stunde vor Konzertbeginn wollte mir Schurli die Liederliste in die Hand drücken, ich winkte mit einem „Ich werde nicht schreiben!“ ab.

Heute vormittag bin ich zum Hameau gegangen, um körperlich (und auch geistig!) in Form zu bleiben. Während des Spaziergangs geisterten in meinem Kopf die ersten Worte zu einem Bericht umher. An bestimmte Paragraphen und Verweise aus dem Einkommen- und Körperschaftsteuergesetz wollte ich nicht denken.

So, alles nach dem andern!

Eine liebe Konzertfreundin besorgte mir die Karte für die CD-Präsentation in der Kulisse und nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen auf die Vorpremiere am 9. Mai 2016 ebendort verzichten musste, freute ich mich umso mehr auf diesen Abend.

Wer oder was der oder das Gutruf ist, verweise ich gern auf die recht funkelniegelnagelneue Heimseite von Gutrufs Erben.

Ich erwähnte eingangs, dass ich nicht vorhatte, zu schreiben. Also habe ich keine Liederliste zur Hand und rufe stattdessen mein Erinnerungsvermögen ab, welches nicht komplett den vier Krügerl und einem Seiterl vom Ottakringer Wiener Original zum Opfer gefallen ist.

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Mit Doris Windhager.

Der erste Teil des Abends war von klassischen Wienerliedern aus dem 20. Jahrhundert geprägt, bei zwei Nummern begleitete Doris Windhager mit ihrer Überstimme die Erben. Nachfolgend fallen mir Ausschnitte, Bilder, Lieder ein:

54955499„Die Freiheit“: Hansi Dujmics Meisterwerk wurde auch von Wolfgang Ambros auf „Mann und Frau“ und auf der empfehlenswerten „Hoffnungslos Selbstbewusst“ vertont. Eine starke Ansage zur österreichischen Staatsbürgerpflicht am 22. Mai 2016.

„alanech fia dii“: Der wahre H.C. bleibt unsterblich!

„Am leiwandsten daham“ und „Fluchthelferin“: Hmm, Gutrufs Erben ist das Projekt von Martin Mader und dem Zwillingsbruder des [rema’su:ri]-Wirten. Ok, aber mich hat es vorerst nicht wirklich begeistert, dass diese Lieder gespielt wurden. Vielleicht ändert sich das bei den nächsten Konzerten…

„Vaknoid“: Das war wirklich schön! Ich fragte mich kurz, warum Christoph in diesem Lied die „Herren“ ansprach, aber eh, warum nicht. Gustostückerl war das „wia a klana Bua, des si fiacht vuam Weidagehn“ – und die im Publikum sitzende Birgit Denk selbst begleitete die beiden Erben beim „Aaaaaah“-Ausklang. Sehr fein!

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Mit Birgit Denk zu „Vaknoid“.

5502„Hameau“: Nein, ich bin nicht deswegen heute vormittag dort gewesen. Ich gehe nämlich sehr gern zum Holländerdörfl. Klasse Version von Gutrufs Erben – aber warum wurde Ernst Molden nicht erwähnt?

Auffallend war auch, dass des Wirtens Zwillingsbruder während des Konzerts Leitungswasser trank und mit dem Glaserl Rotwein beinahe zu kämpfen hatte.

Christoph Michalke und Martin Mader sind „alte Hasen“, die beiden Herren haben auch in der Vergangenheit zusammen gearbeitet und als Gutrufs Erben wollen sie das Wienerliedgut nicht in Vergessenheit geraten lassen. Ein äußerlich gegensätzliches Duo: Martin Mader im feinen Zwirn kann auch ein typischer Wiener Ober in einem legendären Kaffeehaus sein, der leicht spöttische Blick, schmähfrei und grantelnd. Und Christoph Michalke beweist, dass er einen unbeirrbaren modischen Geschmack hat. Der braungelbe Anzug und das karierte Hemd lässt ihn als einen möglichen Stammgast in einem Kaffeehaus erscheinen, der einen Schmäh hat, gern mit den Leuten spricht und höhere Ziele verfolgt. Ein Ziel ist, das Wienerlied im neuen Gewand erleben zu lassen.

Ein kongeniales Duo. Und alles in allem ein sehr schöner Abend, das Konzert hat mir getaugt und ich freue mich auf die nächsten Konzerte mit Gutrufs Erben.

Ah ja, die CD! Ich hätte sie mir jetzt gern ein drittes Mal angehorcht, aber ich muss wieder lernen (und harre das Wahlergebnis aus).

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