13.03.2016 – [rema’su:ri] in der Kulisse

Eine Flasche Stiegl ist bereits geköpft, um meine Erinnerungslücken zu stopfen… (Anmerkung nebenbei: Es funktioniert immer noch am besten, ein Bericht mit Kugelschreiber und  beginnend schmerzendem Handgelenk aufs Papier zu bringen. Ich tue den Knochen meiner Hand noch mehr weh, indem ich den Bericht dann am Laptop via Microsoft Word abtippe. Aber ohne Schmerz kein befriedigendes Gefühl, dass ich wieder ein paar Worte zambracht hab.)

… aber danach gehen wir wirklich heim? Nur so viel: Das Konzert begann kurz nach 11 Uhr und endete gegen 14 Uhr. Wir blieben noch in der Kulisse, um ein gutes Mittagessen einzunehmen. Ich spielte mit den Gedanken, noch am frühen Abend mit dem Schreiben zu beginnen. Schlussendlich ging ich mit Wirt und ein paar Stammgästen (Damit meine ich die Fäns!) fort und kam erst gegen 20 Uhr heim.

Woran merkt man, dass ein Konzert nicht um 20 Uhr, sondern schon um 11 Uhr am Vormittag beginnt?
An den verschlafenen Gesichtern des Publikums und am ober-verschlafenen Gesicht des Wirten. „Nicht die Spur“, war seine Antwort, als ich ihn gegen 10:30 Uhr mit einem „Du schaust aber ausgeschlafen aus!“ begrüßte.

[rema‘su:ri] wagten – meines Erlebens nach – ihren zweiten Frühschoppen (Schutzhaus Ende April 2012 war auch ein wundervoller Sonntag!) und da Wirt eröffnete das Konzert mit den Worten, wie man auf die deppate Idee kommen kann, am Vormittag ein Konzert zu geben. Weu, man kann nämlich schon am Vormittag Bier trinken. Dass Raunzen die Königsdisziplin der Österreicher sei, bewies die Partie mit „Austrian Way (Of Singin‘ The Blues)“. Nebenbei: Ich finde es erschreckend, dass der Rechtsruck in meinen zwei „Heimatländern“ unübersehbar größer wird. Die Wappler werden die Probleme auch nicht lösen können.

Ach ja, hat es jemand bemerkt? Da Sinnierer is back from down under! Neue Gitarre, neues Hemd, neue Bartfrisur und sogar mit neuem Namen. Da Wirt nannte ihn „Carl Maori“. Eine weite Reise hatte da Sinnierer und wir freuen uns sehr, dass er sein Ziel wieder gefunden hat. Ihm zu Ehren wurde der „WHDV“ gespielt.

Damit das Raunzen seiner göttlichen Disziplin entspricht, wurde „Herr Herrgott“ besungen. Das Wetter und die Jahreszeiten sind auch Raunz-Themen: Wir befinden uns im Übergang zwischen Winter und Frühling, erinnern wir uns an „haaße Maroni und koides Bier“ aus der „Maronibraterin“.

Was für wahre Hanseln im Glück wir alle sind, wurde mir mit „Hans im Glück“ wieder bewusst… „wann du ned kumman waast/ brauchert ma um uns beide kane Suagn mehr mochn.“ Das wirkt immer wieder!

„San Se scho munter?“ Die Antwort fiel halbherzig aus, es wurden bisher leiwande Nummern gespielt, die aber doch eine Spur zu ruhig waren, aber ich rechnete mit einem voi aufdrahten Teil in der zweiten Hälfte. Um munter zu werden, braucht man bei der „Hiebeserklärung“ nur die 23 Bezirke von Wien herunterzurattern. (Heanois, I hob Di so gern…)

Die „Vogelgrippe“ machte Stimmung auf die nächsten Lieder, doch die „Fluchthelferin“ schlug uns erst einmal in die Pause.

Wie sehr ich nachlasse, ertappte ich mich doch dabei, dass ich schon in der Pause ein Bier brauchte. (Im Schutzhaus vor vier Jahren hielt ich noch bis zum Konzertende durch.) Oiso, a Brezl und a Seiterl vom Ottakringer als Einstimmung auf den restlichen Sundog.
In der Pause konnte ich trotz brutal-hohem Lärmpegel mit meinen Mitstreitern über tiefgründige Themen sprechen und eines davon war über zwischenmenschliche Partnerschaften (Auch so ein [rema’su:ri]-Thema!) und wir sinnierten darüber, in wie weit die Bereitschaft noch da sein könnte, nur weil man zu bequem, zu feige, zu ängstlich geworden ist… [ICH SCHWÖRE, ICH HABE MIR DIE SETLISTE NICHT ANGESCHAUT!]

Eröffnete die Partie doch den zweiten Teil mit dem berührenden „Soi des jetzt ois gwesen sei?“. Das nächste Lied „Vü z’lang“ tat ihr Übriges. Das noch neue Lied wurde von Frau Marie solo besungen – was auch langsam Zeit wird in den 10 ½ Jahren [rema’su:ri] und ich freue mich schon darauf, dass das Lied auch auf der neuen CD kommen wird.

Frau Maries berührende Darbietung mit „Vü z’lang“

Apropos neue CD, als weiteren Appetitanreger wurde das beliebte Lied von der verlorenen Wette besungen. Zum Schunkeln lud „Ned ganz woa“ ein. Ich habe wieder ein breites Grinsen in meinem Gesicht, wie da Wirt und Frau Marie sich selbst nicht mehr ernst nehmen konnten und über gewisse Textzeilen lachen mussten.

Welches Lied war’s noch einmal, als da Wirt einen neuen Anlauf nehmen musste? Verdammt, das Licht in der Kulisse war zu finster zum Schreiben. Aber die leiwande Stimmung konnte man mit den Händen ergreifen. Voi aufdraht hoit…

Die Kombination aus „GEMMA!“ und „Entschuidige, wer bist du?“ war perfekt.

„Wer waß spontan die Zehn Gebote auswendig? Handzeichen, bitte!“ Keine Hand regte sich nach oben, da Wirt merkte etwas an wie „vom Aussterben bedroht“ und meinte, dass auch die Hälfte reiche: „PINSCH!“

Mit „Nackert schmusen“ und „Angelina“ ging es zum Finale furioso. Als Zugaben wurden „Di man i“ und „Am leiwandsten daham“ gespielt. (Lag es an der Uhrzeit oder warum war es dieses Mal so schwer, sich bei „Gaggn“ zu erheben?)

Da Wirt in Aktion!
…gemma wirklich ham?

Nun war es wirklich aus. Von meinen Mitstreitern hörte ich, dass sie ein „Sperrstund is‘“ vermissen, aber es hätte irgendwie nicht gut zu der Uhrzeit gepasst. Es war erst 14 Uhr, und wir durften noch im Saal bleiben. (Wir taten es auch und wurden um 16 Uhr freundlich hinauskomplementiert!)

Erlaubt mir, wenige Vergleiche zum Frühschoppen im April 2012 im Schutzhaus zur Zukunft auf der Schmelz zu ziehen: Ich fand es sehr schön, wie da Wirt und seine Partie teilweise im Schlafgewand die Bühne betraten. Der selige Erich Meixner entlockte aus seinem Akkordeon die verträumten Melodien, während ein Nachttopf und eine Klopapierrolle sein Wirkungsbereich verzierten. Und da Wirt trank sein Bier aus einem iks-iks-el-Kaffeehäferl.

Aber ansonsten wünsche ich mir, dass nicht vier weitere Jahre bis zum nächsten Frühschoppen vergehen müssen.

Stefan „grüner Tee“ Mayrhofer ohne Alpaka-Pullover bediente mit gewohnt-stoischer Gelassenheit die Bassgitarre; Peter Barborik als Werbeträger sorgte für den sogenannten „Biet“; man muss eine Atemtechnik wie Jürgen „da Dokta“ Mitterlehner haben, um wunderbare Klänge aus dem Saxophon und aus der Klarinette zu entlocken; wie Tino „Kistenmann“ Klissenbauer mit einer Zärtlichkeit das Akkordeon streichelte, wenn er nicht darauf spielte – und schön, dass Carl „da Sinnierer“ Majneri wieder da ist. (Danke, dass Du mir unaufgefordert die Setliste überlassen hast. Das weiß ich sehr zu schätzen!)

I gfrei mi auf’s nexte Moi!

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