23.10.2015 – Carl Majneri & Christoph Michalke im Wirtshaus Assmayer

Sonntag, 25. Oktober 2015: Ich sitze hier in meiner Küche bei einer guten Tasse Cappuccino und starre die Liederliste an, die mir Carl netterweise überlassen hat. Über dieses Blattl liegen drei „Schurli“-Fetzen, meine handschriftlichen Krakeleien an diesem Abend.
Heute ist mir „In The Neighborhood“ nicht aus dem Kopf gegangen. Am Freitag war ein Konzert, am Samstag war a Ruh.
Trotz psychisch ausgebesserten Zustandes im Vergleich zum 13.02.2015 fiel mir an diesem Abend das Zuhören schwer. Harte Arbeitswoche, Kurs am Nachmittag und in der Pause schlich ich mich dann in Richtung Untermeidling. Konzertfreundin Conny, aufmerksam wie immer, sah mir meinen „abgekämpften“ Zustand an und auch die Nebengeräusche, die kleinen Aktionen am Tisch, die fleißige Bedienung erschwerten mir meine Konzentration. Carl seine Gegenmoderationen habe ich leider nicht verstanden.

Christoph Michalke & Carl Majneri im wunderschönen Extrazimmer
Christoph Michalke & Carl Majneri im wunderschönen Extrazimmer

Aber he, „don’t think twice, it’s all right“. Christoph kündigte anschließend einen Musiker an, der „viele großartige und auch ein paar schöne Lieder geschrieben hat.“ Wo er recht hat, hat er recht. Sie gaben „I Hope That I Don’t Fall In Love With You“ zum Besten. Meine Freude wuchs, als Christoph meinte, dass sie doch bei diesem Künstler bleiben wollen und lieferten mit „In The Neighborhood“ den ersten Haileit des Abends. Ach ja, nebenbei – weil bald Weihnachten ist: Als Soundtrack für diese Zeit empfehle ich aufs Wärmste das Album „Blue Valentine“ von einem gewissen Thomas Alan Waits. Nun starteten CMCM ihren „Jungfernflug“ (O-Ton Christoph) mit einer Ballade von den Everly Brothers: „Let It Be Me“. Habe ich schon irgendwo erwähnt, dass ich ein Balladenabend besuche?

Ein Jahrgangslied für den Christoph, „olle hom’s gecovert“, sie tun es aa und lieferten uns eine wunderschöne Cover-Version von „Desperado“. (Meine Verneigung dem Don Henley. Hat jemand schon sein jüngstes Werk, „Cass County“, gehört? Unglaublich gut.) Nach „You Belong To Me“ erzählte Christoph von Tom Petty, von einem Musikvideo, mir ist der grelle Farbton entfallen (Ich glaube, die vielen Schnaitls sind schuld…) und Carl drehte sich zur wunderschönen Bücherwand um, suchte anscheinend nach einem bestimmten Buch, worauf Christoph ihn fragte: „Mogst wos lesn?“ Die sinnierende Antwort ist mir leider leider leider entfallen. Vielleicht ein Buch in einem grellfarbtönlichen Umschlag? Aber Balladenabend und nicht Bücherabend steht am Programm und nun wurde „Free Fallin‘“ gespielt. Die Zeichen standen auf Pause, aber noch wurden „Crazy Man“, „El Camino“ und „Hallelujah“ zelebriert.

CMCM ganz nah
CMCM ganz nah

Der zweite Teil wurde mit dem Ostbahn-Klassiker „Tankstö“ eröffnet. Nach diesem Lied sagte Christoph Folgendes an, was ich schon aus meinem Bericht vom 13.02.2015 kannte und auch erwartete, sie haben „die Sprache gewechselt auf Weanerisch“. Nach einer weiteren Ostbahn-Nummer, „Ka Idee“, wurde das witzige „Ois war so afoch“ von Heli Deinboek besungen. Als nächstes ein Lied, welches gern von den Stubnblues und von CMCM gesungen wird und mich wieder (immer wieder) aufs Neue streichelte: „Alanech fia dii“. (Schrecklich, dass ein gelernter Zahntechniker die Abkürzung Deines Vornamens so schändlich missbraucht.) Nun wurden Lieder aus dem [rema’su:ri]-Fundus gespielt: „I hob di gern“, „bevor der Carl sich für viele viele viele viele Monate nach Australien schleicht…“ (begeistertes Kopfnicken von Carl), gab Christoph ihm einen guten Rat für die Reise: Die pomali-Version von „Am leiwansten daham“. Der gute Rat kam bei uns allen sehr gut an, aber sinnierenderweise wird der Carl sich doch den Aussies zuwenden. Trotz physischer Anwesenheit von Herrn Kempf wurde die „Hiebeserklärung“ von CMCM intoniert und das Publikum kümmerte sich um die Bezirke.

Einleitung zum zweiten Teil des Balladenabends
Einleitung zum zweiten Teil des Balladenabends
Letztes Foto, vom offiziellen Abend machte ich dann keine weiteren mehr.
Letztes Foto, vom offiziellen Abend machte ich dann keine weiteren mehr.

Nach dem „Herrgott“ kam es zu einer ungeplanten Familienzusammenführung, als CMCM die besonderen Gäste willkommen hießen. Das Ehepaar Pinsch (Ein klasse Nachname, übrigens!) aus… WEIMAR. Bist Du deppat, wieviele Konzerte von österreichischen Musikern mit überwiegend österreichischer Musik musste ich besucht haben, damit im Publikum dann solche „Brüder & Schwestern“ (O-Ton Christoph) sitzen. Die Störung verlief nicht so lange, ich kehrte wieder auf meinen Platz zurück. Als Schlusslied wurde die „Fluchthelferin“ besungen. Nach „ZUGABE“ wurde gerufen, eine geschmackssichere Zuhörerin wünschte „Factory“, die auch zum Teil mit „Oabeit“ besungen wurde, aber zum Schluss kehrten wir zu den Wurzeln zurück. (Ach, ich freue mich auf den 4. Dezember 2015.) Auf meinem dritten „Schurli“-Fetzen entdecke ich die Notiz „Ich habe mit dem Tanzen begonnen, da war ich sehr gut…“ Elvis the Pelvis? „Can’t Help Fallin‘ In Love“ wurde zu einer „Sen-sa-tion“ (O-Ton Christoph) und aufgrund der strikten Ruhezeitenbestimmungen durften CMCM ihre Spielzeit um eine halbe Stunde überziehen und als Applaus gab es in die Höhe streckenden schüttelnden Hände meiner muttersprachlichen Brüder und Schwestern.
Es war schön… ich weiß nicht, ob ich mich so sehr ins Schreiben reingehängt hätte, wenn mich die Monika nicht mit ihren „Schurli“-Fetzen versorgt hätte. Da Sinnierer wird bald „down under“ sein, also werfe ich ihm auch noch einen Bericht nach. Die „after schau“-Party war ein musikalischer Genuss, obwohl „Blood Brothers In A Stormy Night“ eigentlich schon im zweiten Refrain beginnen sollte.
Und Ehepaar Pinsch aus Weimar, es war sehr schön, Euch kennengelernt zu haben.

Meine gedanklichen Stützen (oder auch Schummelzettel) für diesen wunderbaren Abend!
Meine gedanklichen Stützen (oder auch Schummelzettel) für diesen wunderbaren Abend!
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3 Kommentare

  1. schöner bericht – danke sori! und für solche ergüsse sind ja die schurli fetzen ja da, oder? :-) :-) lg georg

  2. Hallo Sori, wirklich ein toller Abend in Wien. Für CMCM und das gesamte Umfeld lohnt die weite
    Fahrt. . . und Dein Bericht, voll gelungen (Neudeutsch). Gruß aus Weimar (san scho wieda Dahoam) Deine Pinsch-Family Ulli und Tina

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